Der Mensch ist mehr als sein Körper

Seit Jahrtausenden wurde in der Heilkunde der Mensch als Ganzes betrachtet. In der heutigen Zeit spüren die Menschen wieder zunehmend, dass es einen engen Zusammenhang geben muss von Körper, Geist und Seele.
Mehr als die Hälfte der Symptome, deretwegen der Patient in die Praxis des niedergelassenen Arztes kommt, lassen sich nicht auf eine organische Erkrankung zurückführen und dennoch leiden diese Menschen nicht minder unter ihren Beschwerden. Diese Situation ist ein Dilemma für Arzt und Patient, denn für beide Seiten gibt die derzeit gelehrte Medizin kaum Hilfe bei diesen sogenannten psychosomatischen Leiden. Sieben Jahre dauert es in der Regel, bis ein Patient einen Arzt trifft, der psychosomatische Zusammenhänge versteht und dem Patienten helfen kann. Bis dahin hat der Patient eine wahre Odyssee erlebt, viele Spezialisten aufgesucht, eine Vielzahl von Therapien ausprobiert, Medikamente geschluckt, ja sogar Operationen auf sich genommen, ohne dass es ihm geholfen hätte. Dies alles bedeutet viel Leid, Ungewissheit und Unsicherheit für den Einzelnen und jede Menge Kosten für die Solidargemeinschaft. Hier zwei Fallbeispiele:

Eine junge Dame wird wieder gesund

Eine junge Dame kommt zu mir in die Sprechstunde. Seit einem halben Jahr ist sie ständig krank. Ein Infekt folgt auf den anderen. Erkältungen, Heiserkeit, Husten, Halsentzündungen, Furunkelbildung. Das bedeutete häufige Arbeitsunfähigkeit. Mehrere ärztliche Untersuchungen haben keinen sicheren Hinweis auf die Ursache der Infektion ergeben, alle Behandlungsversuche brachten nur vorübergehenden Erfolg. Die junge Dame hatte weiterhin Infekte und fühlte sich schlapp und abgespannt. Auch die von mir durchgeführten medizinischen Untersuchungen ergeben keinen sicheren Hinweis für die Ursache der Infektionen, somit auch keinen Ansatzpunkt für eine ursächliche medizinische Behandlung.
Ich frage ganz einfach: Was bedrückt Sie zur Zeit am meisten? Sofort sind wir beim Thema: Die junge Dame ist seit einiger Zeit verlobt, hat sich inzwischen jedoch in einen anderen Mann verliebt. Jetzt ist sie hin- und hergerissen. Nach zwei je halbstündigen Gesprächen erfahren wir Folgendes: Vor etwa einem Jahr hat sie ihren heutigen Verlobten kennen gelernt. Unter dem Eindruck der ersten
großen Verliebtheit fasste sie folgenden Beschluss: „Dieser Mann oder keiner!“ Der gegensätzliche Gedanke trat auf, als sie zunehmend bemerkte, dass ihr Verlobter nicht dem Idealbild eines Lebenspartners entsprach: „Er entspricht nicht meinen Vorstellungen.“ Die Folge war innere Zerrissenheit und zunehmende Anspannung, was zu einer Kette von Infektionen führte.
Nachdem der Patientin ihr so voreilig gefasster Beschluss bewusst wurde, entlud sich die ganze Anspannung unter Tränen. Sie konnte ihre Beschlüsse wieder auflösen und der innere Druck ließ nach. Die Infekte traten nicht mehr auf.

„Männer tun mir weh“

Eine Frau kommt in die Sprechstunde. Sie klagt über Gewichtsverlust, Unterleibsbeschwerden und sexuelle Probleme, die nach einem gynäkologischen Eingriff vor etwa zwei Jahren auftraten. Medizinische Untersuchungen ergeben, dass kein organischer Befund vorliegt. Daraufhin bitte ich die Patientin, die Vorgeschichte in einem längeren Gespräch detailliert zu schildern, dabei möge sie sich besonders genau an ihre Gefühle und Gedanken erinnern, die sie in den Augenblicken körperlicher Nähe mit ihrem Partner erlebt habe. Bei dem Satz: „Wenn mir ein Mann zu nahe kommt, tut er mir weh“, bricht die Patientin in Tränen aus. Ich frage sie, ob so ein Ereignis tatsächlich einmal stattgefunden habe. Sofort tauchen in ihrer Erinnerung die Bilder eines etwa fünf Jahre zurückliegenden Geschehens auf: Ihr damaliger Freund sei spät in der Nacht volltrunken nach Hause gekommen. Als er mit ihr schlafen wollte, habe sie sich ihm angeekelt entzogen. Daraufhin habe er auf sie eingeprügelt. In diesem Moment des Schocks habe sich dieser Satz, „wenn er mir zu nahe kommt, tut er mir weh“ in sie eingegraben. Von da an war das Programm „Männer tun mir weh“ in ihr gespeichert mit der Folge, dass sie jedes Mal, wenn ein „Mann ihr zu nahe kam“, unter Spannung geriet und mit Unterleibsschmerzen und Ablehnung reagierte. Schließlich glaubte sie fest daran, nur eine Unterleibsoperation könne den wahren Grund ihrer Schmerzen herausfinden und könne sie wieder gesund machen. Sie fand einen Gynäkologen, der sie operierte. Nun erfüllte sich auf ebenso tragische wie buchstäbliche Weise ihr Programm: Operation, Schneiden, Schmerz – ausgeführt von einem Mann, der „ihr zu nahe kam“ – das Programm wurde ab daso mächtig, dass sie bei dem bloßen Gedanken, ein Mann könne sich ihr womöglich nähern, bereits unerträgliche Schmerzen bekam. Diese Gedanken und ihre Zusammenhänge entluden sich unter Tränen. Der Patientin wurde bewusst, was ihren Beschwerden zu Grunde lag, und damit fiel das Programm sozusagen in sich zusammen. In der Folge verschwanden die Schmerzen und sie konnte wieder eine unbelastete Sexualität erleben.
Zwei schöne Geschichten, die darauf hinweisen, dass der Mensch eben mehr als sein Körper ist. Die Frage ist jedoch, ob wir grundsätzliche Regeln finden können, Gesetzmäßigkeiten, nach denen wir verstehen und handeln können.

Jeder Einzelne kann daran mitwirken, die aktuelle Situation der Medizin zu verändern

Während meiner Krankenhauszeit erlebte ich, wie die an den Universitäten gelehrte Medizin funktionierte: Die Menschen kamen mit akuten Beschwerden, wurden behandelt und konnten gebessert oder geheilt nach einigen Wochen wieder entlassen werden. Dies funktionierte in der niedergelassenen Praxis nicht mehr. Immer größer wurde die virtuelle Schublade mit Phänomenen, bei denen ich feststellte: beobachtet, aber nicht verstanden. Mehr als die Hälfte der Symptome, deretwegen der Patient zu mir kam, ließ sich nicht auf eine organische Erkrankung zurückführen – können das alles nur Spinner oder Hypochonder sein? – Patienten, denen ich auf Grund sorgfältiger medizinischer Untersuchung gute Gesundheit bestätigte, wurden Tage oder Wochen danach krank oder schwer krank in eine Klinik eingeliefert – kann das alles nur mangelhafte medizinische Diagnostik sein? Ich machte mich auf eine jahrelange Suche nach den Ursachen für dieses Dilemma und nach einer Lösung. Schließlich fand ich heraus, dass das gesamte Wissen über psychosomatische Vorgänge bereits vorhanden ist, allerdings versteckt als Puzzle-Steine im offenen oder geheimen Wissen unterschiedlicher Kulturen und Glaubensgemeinschaften und wissenschaftlicher Spezialgebiete, wie zum Beispiel der Informatik und sogar in der modernen Physik. Ich fand auch heraus, dass die Zusammenhänge nicht kompliziert, sondern eher einfach sind und dass das Verstehen keiner intellektuellen Höchstleistung, sondern eher des Vertrauens auf gesunden Menschenverstand bedarf. Nach dem Lesen meiner Bücher haben mir viele Menschen erzählt, dass sie die Zusammenhänge schon immer geahnt oder gewusst haben, aber eher unterschwellig und teilweise ohne den Mut, dies offen zu bekennen. Die Tatsache, dass das Erkennen und Aufdecken der ganzheitlichen Zusammenhänge um Gesundheit und Krankheit eben nicht „von oben“, das heißt von den Universitäten kommt, gibt der Basis, das heißt jedem Einzelnen von uns, die Möglichkeit, aber auch die Notwendigkeit, auf eine Veränderung der aktuellen Situation in der Medizin hinzuwirken.

Jeder Baustein des Universums beinhaltet Information und Energie

Kennen wir die Zusammenhänge von Körper, Seele und Geist, so brauchen wir als erstes eine eindeutige und einfache Definition, die leicht verstehbar und akzeptierbar ist.
Nehmen wir als erstes den Geist. Der Duden definiert dies unter anderem als geistige Wesenheit (womit im Allgemeinen Gott gemeint ist) und in Bezug auf den Menschen diesen mitsamt seinen geistigen Eigenschaften. Unter Geist verstehen wir also die zentrale Persönlichkeit, die materiell nicht erfassbar ist, die eine Qualität ist mit Eigenschaften und Fähigkeiten. In der Umgangssprache sagen wir hierzu Ich. Ich erschafft und hat damit eine Seele, auf griechisch Psyche. Diese Seele gibt offenbar vielen Wissenschaftlern ein Rätsel auf, da sie weder zu sezieren, noch anzufassen und offenbar auch nicht zu begreifen ist. Doch der Duden, und damit die Volksweisheit, gibt eine einfache Definition. Die Seele ist die Gesamtheit unseres Denkens, Fühlens und Wollens. Wenn wir nun das Wollen als eine besondere Form des Denkens bezeichnen (Gedanke mit einer Absicht), so können wir die Seele als Gesamtheit unseres Denkens und Fühlens betrachten, das heißt alle Gedanken oder Gefühle, die wir jemals hatten oder haben werden, machen unsere Seele aus.
Wenn wir nun den Gedanken mit dem Begriff Information übersetzen und das Fühlen mit Energie, so kommen wir in das Gebiet der Informatik und der modernen Physik: Alles in diesem Universum, jeder noch so kleine Baustein trägt in sich dieses doppelte Bauelement: Information und Energie. Informationsübermittlung ohne Energie ist nicht möglich und umgekehrt: Jedes noch so kleine Teilchen an Energie (= Quant) trägt Information in sich. Während wir nun in der Technik und Naturwissenschaft von Information und Energie sprechen, so bezeichnen wir beim Menschen diese gleichen Bauelemente als Gefühle (gibt die Energie) und Gedanken (gibt die Information). Der Körper letztendlich ist die Summe der chemischen und mechanischen Bestandteile des Menschen.
(Fortsetzung Seite 7)

Rundbrief des Vereins zur Förderung seeuscher und körperlicher gesundheit
(Fortsetzung von Seite 6)
Aus der Quantenphysik und aus Einsteins G = m * c2 wissen wir, dass Energie und Materie ineinander umwandelbar sind, dass Materie letztendlich nichts anderes ist als eine besondere Erscheinungsform der Energie.
Energie spielt damit eine wichtige Rolle im Verständnis von den Zusammenhängen zwischen Seele (Gedanken und Gefühle) und Körper (Chemie, Elektrizität und Mechanik) und umgekehrt. Dieses Verständnis ist wichtig für das Begreifen psychosomatischer Zusammenhänge.

Ist Krankheit ein Selbstheilungsversuch auf der Grundlage von Fehlinformationen des Ich?

Lassen Sie mich hier an einem Beispiel erklären, wie die Energieform sich umwandelt, der Informationsgehalt jedoch gleich bleibt:
Beim Telefonieren werden die Sprachwellen mit der Information des gesprochenen Wortes umgewandelt in elektromagnetische Wellen, diese werden durch eine spezielle Leitung oder durch Funkwellen zum Telefon des Empfängers transportiert, dort wird die elektromagnetische Energie wiederum umgewandelt in Schallenergie. Und so gerät der Informationsgehalt des gesprochenen Wortes in das Ohr des Empfängers.
Ein anderes Beispiel: Ein Fluss wird durch ein Kraftwerk geleitet, treibt eine Turbine an, diese erzeugt elektrischen Strom, der Strom fließt durch die Leitungen in die Haushalte und bei Knopfdruck erscheint Licht in der Lampe des Endverbrauchers. Wir können nun ein Bild des Menschen entwerfen: Der Geist (Ich) erzeugt Gedanken und Gefühle (= Seele, Psyche, = Information, Energie), die auf den Körper (= Chemie, Elektrizität und Mechanik) einwirken und ihn modulieren können. In einem Vergleich mit dem Computer können wir auch sagen, das Ich ist der Programmierer, die Seele ist die Software und der Körper die Hardware. Niemand, der einen Computer benutzt, würde auf die Idee kommen, aus dem Bildschirm Buchstaben herauszuschneiden, wenn dieser nicht das zeigt, was er zeigen sollte. Er wird vielmehr den Programmierer bitten, die Software zu untersuchen, um notfalls Programme zu ändern. Der Schweizer Psychiater Beck schreibt hierzu: „Es ist für die Medizin ein ungewöhnlicher Gedanke, Krankheiten als kreative Leistungen des Ich wie Kunstwerke anzusehen oder gar zu würdigen. Das Ich des Patienten wird vielmehr als Opfer seines Ich-fernen Körperleidens betrachtet und nicht als ein engagierter Mitgestalter dieses Werkes. Es sind viele psychosomatische Untersuchungen gemacht worden, die den Einfluss von psychischen Faktoren auf körperliche Krankheiten belegen, etwa beim Magengeschwür. Aber man ging fast immer stillschweigend von der Voraussetzung aus, dass das Leiden an sich ein schädliches und für das Ich des Patienten feindliches Prinzip sei. Wenn sich die These, Krankheit sei manchmal ein seelischer Selbstheilungsversuch, als stichhaltig erweist, dann hat dies für die Einstellung von Arzt und Patient zu der Krankheit Konsequenzen. Die Annahme von reparativen Tendenzen im Patienten ist für viele Ärzte zunächst kränkend, weil sie das Gefühl von therapeutischer Allmacht einschränkt. Man sollte zwar annehmen, dass der Arzt über die unterstützende Wirkung der Selbstheilungstendenzen im Patienten froh wäre. Dem ist aber nicht so.“

Unsere Gefühle und Empfindungen sind unser feinstes Meßgerät

Aus allen diesen Betrachtungen heraus haben wir ein einfaches Modell von Gesundheit und Krankheit entwickelt, das leicht verständlich ist und das in der Praxis in der Behandlung von psychosomatischen Beschwerden funktioniert:
Das Ich erzeugt Gedanken und Gefühle, die auf den Körper einwirken. Sind die Gedanken und Gefühle (das heißt die Programmierung der Seele) in sich stimmig, so erzeugt dies auf der körperlichen Ebene Wohlbefinden, also Gesundheit. Anders ist es, wenn die seelische Programmierung in sich nicht stimmig ist. Wenn beim Computer zwei Programme gegensätzlich sind, so bleibt dieser stehen und meldet: Die Integrität wurde verletzt, setzen Sie sich bitte mit Ihrem Software-Haus in Verbindung. Oder der Computer stürzt ab. Dies hat uns zu folgender Modellvorstellung beim Menschen veranlasst: Das Ich hat im seelischen Bereich zwei gegensätzliche Programme geschaffen (zwei gegensätzliche Gedanken). Wenn diese gleichzeitig aktiv werden (z.B. ich muss es schaffen – aber ich schaffe es nicht), so kann die Energie nicht fließen. Es gibt einen Energiestau. Dies nennen wir einen Konflikt. Den Energiestau können wir mit unseren feinsten Messwerkzeugen sofort messen. Dies sind unsere Gefühle und Empfindungen. Sie signalisieren uns den Energiestau in Form von innerer Unruhe, Nervosität, mulmigem Gefühl bis hin zu Wut und Trauer. Die sofortige Abhilfe wäre, die innere Unruhe zum Anlass zu nehmen, den gegensätzlichen Programmen auf die Spur zu kommen und sie aufzulösen. Dann wären wir wieder im Einklang mit uns selbst. Tun wir dies nicht, hören wir nicht auf unsere Empfindungen, unterdrücken wir unsere Gefühle, lenken wir uns ab oder gehen darüber hinweg, so vergrößert sich der Energiestau, projiziert sich jetzt auf den Körper und meldet sich als Symptom. Dies kennen wir aus Redensarten wie: Es schlägt mir auf den Magen, es geht mir an die Nieren, es zerbricht mir das Herz, es geht mir unter die Haut. Unterdrücken wir auch die Symptome durch Nichtbeachtung, durch Medikamente oder durch sonstige Manipulationen, so bleibt der Konflikt weiter bestehen, der Energiestau vergrößert sich weiterhin. Nun hat der Körper das Problem, mit dieser aufgestauten Energie umzugehen. Er löst diese Aufgabe organ-spezifisch, das heißt im Magen könnte ein Magengeschwür entstehen, am Herzen ein Herzinfarkt, an den Lungen ein Asthma bronchiale. Jetzt hat der Konflikt mit seinem Energiestau ein organisches Programm eingesetzt. Eigentlich ist dies keine Krankheit, sondern ein Lösungsversuch, mit aufgestauten Energien umzugehen.

Mit Gesprächen einen Faden aufnehmen, der zum ursprünglichen Konflikt führt

Leider gibt es bis heute keine technischen Möglichkeit, unser Modell zu überprüfen. Wir sind deshalb einen anderen Weg gegangen. Ausgehend von der Missempfindung (z.B. Unruhe), vom Symptom (z.B. Magenschmerzen) oder von der organischen Krankheit (z.B. Asthma bronchiale) haben wir in Gesprächen „den Faden aufgenommen“ und haben versucht, den dahinter liegenden Konflikt aufzufinden, ihn dem Bewusstsein der betreffenden Person jetzt wieder zugänglich zu machen und durch Erkennen aufzulösen. Dies gelang bei Missempfindungen relativ leicht, beim Auftreten von Symptomen ebenfalls relativ schnell. Je „organischer“ jedoch das Krankheitsbild war, um so komplexer und zeitaufwändiger wurden die Gespräche, dennoch konnten auch hier Erfolge erzielt werden.
Natürlich stellt unsere Modellvorstellung (ein Konflikt erzeugt Missempfindungen, Symptome und schließlich organische Erkrankungen) eine Vereinfachung dar. In Wirklichkeit handelt es sich beim Menschen um eine Vielzahl von Konflikten, um sehr komplexe Zusammenhänge, um ganze Konfliktpakete. Dennoch: Das Prinzip bleibt das Gleiche, ist verstehbar und die Anwendung erlernbar. Am besten ist es, diese Gesprächsmethode einmal am eigenen Leibe (und an der Seele) zu erleben. Bei unserem Vorgehen sind wir auf eine Reihe von verständlichen Schwierigkeiten gestoßen:

  • Das Bewusstsein. Im Allgemeinen gilt, dass eine organische Erkrankung abgekoppelt ist vom seelischen Zusammenhang. Am stärksten wirkt hier der Einwand, dass eine Krankheit genetisch bedingt ist und somit dem Zugriff über seelische Einflüsse entzogen. Dieses Bewusstsein blockiert natürlich das Vertrauen in eine derartige Gesprächstherapie.
  • Der Umgang mit Gefühlen. In vielen Fällen ist unser Umgang mit Gefühlen und Empfindungen von klein aufgestört: Ein Junge weint nicht, ein Indianer kennt keinen Schmerz. Hierdurch kommt es zu einer Störung der Wahrnehmung, ja sogar zum vollständigen Unterdrücken von Gefühlen und Empfindungen. Dies stellt ebenfalls ein Hindernis für unsere Therapieform dar, kann aber gelöst werden.
  • Selbstständigkeit. Viele Menschen sind nicht selbstständig oder geben beim Auftreten von Krankheit ihre Selbstständigkeit an den Mediziner oder Therapeuten ab. Dies führt zu Passivität, Abhängigkeit vom Therapeuten und zu dem Versuch, es dem Therapeuten recht zu machen. Bei unserer Therapie ist die Selbstständigkeit ein zentraler Faktor; denn nur ein selbstständiges Ich ist fähig, erkannte Konflikte auf die ihm gemäße Art zu lösen.

Lassen Sie mich hierzu zum Abschluss noch ein Beispiel anführen:
Ein junger Mann erlebt als Siebenjähriger folgende Situation: Bei einer Autofahrt streitet er sich mit seiner Mutter, kurz darauf kommt es zu einem Unglück, bei dem die Mutter stirbt. Ab jetzt fühlt er sich schuldig und hat das Gefühl, dass alle Welt Bescheid weiß und gedanklich mit dem Finger auf ihn als dem Schuldigen zeigt. Er fühlt sich schlecht, hat Ekel gegenüber sich selbst, doch innerlich wehrt sich etwas dagegen. Um dem so entstandenen Konflikt auszuweichen, versucht er, es allen recht zu machen, und verliert sich dabei selbst. Er erkrankt an Lymphdrüsenkrebs, macht alle derzeit verfügbaren Therapien (Hochdosis-Chemotherapie mit Knochenmarktransplantation, Strahlentherapie) mit. Doch die Krankheit kommt immer wieder. Schließlich entscheidet er sich, keinerlei medizinische Behandlung mehr mitzumachen, ganz egal, was die Folgen sein mögen, entschließt sich, wieder ganz er selbst zu sein, möchte noch einmal etwas Sinnvolles tun. Ergeht zum Arbeiten auf einen Bauernhof nach Süddeutschland. Hier findet er wieder ganz zu sich selbst und das ist das Ende seiner Krankheit. Der Lymphdrüsenkrebs verschwindet und bis heute, das heißt fast fünf Jahre danach, ist er nicht wieder aufgetreten.

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