Wie entsteht Krebs?

Wie kann ich ihn erfolgreich behandeln?

1775 stellte erstmals der englische Chirurg Percival Pott die Frage: wie entsteht Krebs?  Das schien zunächst 100 Jahre lang niemanden zu interessieren.

Wenn wir eine Antwort auf diese Frage geben wollen, dann dürfen wir nicht den Versuch unternehmen, die Krankheit monokausal (durch eine Ursache) zu erklären. Meines Erachtens gibt es einen biochemischen Aspekt, einen biologischen Aspekt, einen psychosomatischen Aspekt, einen energetischen Aspekt und schließlich einen spirituellen Aspekt.

Ich möchte mit dem biologischen und biochemischen Aspekt anfangen. Wie entsteht Krebs? Eine normale Zelle verändert sich und wird zu einer Krebszelle. Was löst das aus? Es gibt viele Theorien dazu. Hier möchte ich insbesondere das Buch von Paul Seeger über die verschiedenen Krebstheorien erwähnen. Eine der Theorien ist die chronische Reiztheorie, die schon von dem berühmten deutschen Pathologen Rudolf Virchow 1863 angeführt wurde. Die Zelle gerät unter einen Reiz oder einen Druck, so dass sie sich in eine Krebszelle verwandelt. Als Reiz oder Druck kommen unterschiedliche Möglichkeiten infrage.  Nehmen wir zunächst als Erstes  einmal den physikalischen „Druck“: Röntgenstrahlen, Atomstrahlen,   radioaktive Strahlen. Es ist bekannt, dass alle diese ionisierenden Strahlen sowie UV-Strahlen Krebs auslösen können, wenn sie mit einer bestimmten Intensität oder Dauer auftreten.

Als Zweites haben wir einen chemischen Reiz auf die Zelle. Die Auswirkungen sind z.B. bei Benzpyren bekannt. Man muss nur lange genug Benzpyren auf die Haut einpinseln – wie dies auch die  Japaner Yamgiwa und Ichikawa 1915 machten  -,  damit an dieser Stelle Krebszellen entstehen. Es sind eine ganze Reihe von Chemikalien bekannt, sogenannte Karzinogene, also Stoffe, die zur Entwicklung von Krebs führen. Auf diesem Wege entsteht u.a. Hodenkrebs bei Schornsteinfegern, da diese der Rußbelastung permanent ausgesetzt sind oder Blasenkrebs bei Anilinarbeitern. Als Krebsauslöser ist außerdem Asbest bekannt. Arbeiter, die der chemischen Belastung durch Asbest permanent ausgesetzt sind, können vermehrt Asbestkrebs kriegen, insbesondere am Rippenfell.

Auf die Zusammenhänge zwischen Viren und Krebs möchte ich   wegen ihrer Komplexität nicht eingehen.

Der dritte Auslöser, das ist meine Erfahrung, ist psychosomatischer Stress. Was ist das? Wenn ich einen ungelösten Konflikt in mir habe ( z.B. ich will mich von meinem Partner trennen, aber ich schaffe es nicht ), so gerate ich unter Spannung. Spannung heißt im Englischen Stress. Diese Spannung kann sich körperlich auswirken.. Bekanntestes Beispiel ist ein Magengeschwür bei Ärger. M.E. ist psychosomatischer Stress Hauptauslöser oder Mitauslöser bei einer Krebserkrankung. Bei Tod  eines geliebten Partners, z.B. nach 30 Jahren Ehe, tritt statistisch gesehen bei einem  Witwer bzw. einer Witwe in ca. 60% Krebs auf. Bei starken Rauchern findet sich dagegen nur in ca. 2% Lungenkrebs.

Was passiert nun in der Zelle, die sich verändert? Die derzeit gängige Theorie ist die Mutationstheorie. Mutation heißt ganz einfach nur Veränderung, aber hier ist eine bestimmte Veränderung gemeint, dass nämlich die Zelle entartet und zwar „bösartig“. Bösartig, auf lateinisch maligne, bedeutet: Die Zelle kann wuchern, ohne dass sie noch aufgehalten werden kann, sie kann Gewebe durchdringen und sich schließlich in Form von  Metastasen im ganzen Körper ausbreiten. Die Mutationstheorie besagt, dass es sich bei Krebs um eine bösartige Entartung, um eine bösartige Neubildung, eine maligne Neubildung handelt.

Ich selbst habe eine ganz andere Theorie dazu:  Wenn die Zelle unter Druck kommt, unter erhöhten Druck, unter zu starken Druck (es gibt ein Zuviel an Strahlen, an Chemie oder an „psychosomatischem Stress“) – dann sucht die Zelle in ihren Datenbanken nach einer Lösung für diese Situation. Das geht sehr geordnet zu. Der Lösungsversuch des Körpers für eine solche Situation (zuviel an Strahlen, Chemie oder Psychosomatik) ist dann das Entstehen der Krebszelle.

Was passiert in der Zelle selbst? Nach der derzeit gängigen Theorie sind die Gene von entscheidender Bedeutung. Die Krebsentstehung ist verbunden mit einer Änderung von bestimmten Genen. Andere Forscher, wie z.B. Dr. Heinrich Kremer, sehen in den Genveränderungen nur eine Veränderung der „Blaupause“, d. h. des Bauplanes der Zelle, aber nicht die eigentliche Ursache. Diese Forscher sehen in Veränderungen der Mitochondrien die entscheidende Ursache für die Krebsentstehung.

In den Mitochondrien finden die für den Körper wichtigen Vorgänge zur Energiegewinnung statt:  Eiweiß- und  Fett-  sowie die Glukoseverarbeitung.  Normalerweise gewinnt die Zelle die akut gebrauchte Energie aus der Verwertung von Glukose. Glukose wird über den chemischen Vorgang der Glycolyse abgebaut und die Abbauprodukte über den Zitronensäurezyklus schließlich in die Atmungskette eingebracht. Hier wird das Abbauprodukt von Glukose mithilfe von Sauerstoff (über die Lunge eingeatmet, über das Blut mithilfe der sogenannten roten Blutkörperchen bis in die Zelle transportiert) in Energie (ATP= Adenosintriphosphat), Wasser und Kohlendioxid umgewandelt. Der Energieträger ATP wird vom Körper verbraucht, Wasser in die Zelle eingelagert und Kohlendioxid über die Lunge abgeatmet. Dieser Vorgang der sogenannten Zellatmung findet in fast allen Zellen statt, Ausnahme sind die Nervenzellen, die Hodenzellen und die Netzhautzellen. Hier erfolgt schon in normalem Zustand die Energiegewinnung nicht über Atmung, sondern über Gärung (Umwandlung von Glukose in Milchsäure).

Um es noch einmal zu wiederholen: Die normale Energiegewinnung der Zellen findet in den Mitochondrien statt und zwar mithilfe der Zellatmung (Glukoseverwertung unter Sauerstoffverbrauch). In jeder Zelle gibt es etwa 1500 Mitochondrien.

Ist nun die Energiegewinnung in den Mitochondrien durch krankhafte Veränderung in den Mitochondrien gestört, so schaltet die Zelle ihre Energiegewinnung von Zellatmung auf Gärung um. Zucker wird dann nicht mithilfe von Sauerstoff zu ATP, H2O und CO2 „veratmet“, sondern zu linksdrehender Milchsäure vergoren.

Die von der Zelle mehr und mehr gebildete Milchsäure lagert sich in der Umgebung der Zelle ab und macht diese Umgebung der Zelle sauer. Die so gebildete Milchsäure bzw. der niedrige pH-Wert des Gewebes schützt die Krebszellen jetzt vor dem Angriff der Immunzellen, sodass die Killerzellen nicht mehr in der Lage sind, diese Krebszellen zu attackieren. Darüber hinaus ist die gebildete Milchsäure auch in der Lage, die Zell-Zell-Kontakte der Nachbarzellen zu lösen und das umgebende Gewebe aufzulösen. Das nennt man Matrixdegradation, also Bindegewebs- oder Gewebeauflösung. Außerdem ist die Milchsäure quasi ein Signal („Hilfe, hier fehlt Sauerstoff!“) zur Bildung von Blutgefäßen. Die Neubildung von Blutgefäßen (Angiogenese bzw. Neoangiogenese) hilft den Krebszellen, dass sie schneller wachsen und sich ausbreiten können. Mithilfe der Milchsäure schützen sich die Krebszellen vor den Immunzellen, sie sind in der Lage, durch das umliegende Gewebe zu wachsen und sich mithilfe von Gefäßneubildung auszubreiten und schließlich auch Metastasen zu bilden. Gärung ist also der entscheidende Faktor bei der Krebsausbreitung!

Otto Warburg hat festgestellt, dass alle Krebszellen Milchsäure und zwar linksdrehende Milchsäure produzieren. Er schreibt, dass es eine Reihe verschiedener Einflüsse für die Krebsentstehung gäbe, aber nur eine gemeinsame Ursache, nämlich die Schädigung der Zellatmung. Im Gegensatz zur Mutationstheorie, bei der primär eine Genveränderung angenommen wird, wird bei dieser Theorie primär eine Veränderung der Mitochondrien angenommen, die dann eine Veränderung der Gene, also der Blaupause, hervorruft. Die Gene liefern den Arbeitsplan, um die entsprechenden Vorgänge in der Zelle durchzuführen. Bei dieser Theorie spielen die Gene nur  eine sekundäre, ausführende Rolle. Der Zellbiologe Bruce Lipton bringt es auf den Punkt: Nicht die Gene, sondern das Signal (von außen), also der Reiz ist das Entscheidende: „Auf die Umwelt kommt es an!“ Er nennt das Epigenetik.

Der entscheidende biochemische Unterschied zwischen der normalen Zelle und der Krebszelle ist somit die Umschaltung von Zellatmung auf Zellgärung.

Aus den bisherigen Ausführungen ergeben sich auch die Ansätze zur Krebsbehandlung. Die (Schul-)Medizin ist bemüht, die Folgen des Krebswachstum zu beseitigen durch Operation, Strahlenbehandlung und Chemotherapie. Die komplementäre ( ergänzende ) Onkologie unterstützt die normalen Funktionen von Körper, Organen und Zellen. Die Ernährung bei Krebs ist ebenfalls eine komplementäre Therapie: Darüber hinaus soll sie helfen, die Umwandlung von Zellatmung in Gärung rückgängig zu machen, hier scheint insbesondere die Reduktion von Kohlenhydraten und verstärkter Einsatz von ungesättigten Fetten eine Rolle zu spielen. Ein weiterer Ansatz ist die Hemmung der Gärung durch Curcuma-Mischungen und  sekundäre Pflanzenstoffe.

Der psychosomatische Ansatz meiner Krebsbehandlung ist die Lösung innerseelischer Konflikte sowie der mit der Krankheit verbundenen Ängste. Das führt zumindest zu einer starken seelischen Erleichterung. Neben der psychosomatischen Therapie erfolgt eine intensive Information über die Ernährung und die besondere Bedeutung der regelmäßigen Bewegung, eine wirklich unterschätzte Behandlungsmaßnahme.

Insgesamt halte ich bei der Krebsbehandlung eine Kombination der verschiedenen Ansätze einschließlich der schulmedizinischen Behandlungsmöglichkeiten für wichtig. Hierfür steht die Bezeichnung „Ganzheitliche Krebsbehandlung“.  Welcher Ansatz dann beim einzelnen Patienten im Vordergrund steht, ist ganz individuell. Die Entscheidung hierüber trifft letzten Endes der Patient / die Patientin selbst, nachdem er / sie optimal und verständlich informiert wurde. Ein autonomer, selbstbestimmter Patient/ Patientin hat nach meiner Erfahrung auch die besten Wirkungen und die wenigsten Nebenwirkungen egal bei welcher Behandlung.

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